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Dschingel bellt – Geschichten für die Weihnachtszeit

Cover: Dschingel bellt

Vierzehn Geschichten über nachdenkliche, frohe, musikalische, himmlische, traurige, spielerische, tierische, kindliche, historische, lustige, visionäre, geheimnisvolle und militärische Weihnachten.

Gregor über sein Buch

Jedes Jahr schreibe ich Weihnachtsgeschichten, die alle in Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht sind. In Buchform gab es sie aber bisher nicht. Weil ich aber oft (gerade bei den adventlichen Lesungen) darauf angesprochen wurde, habe ich jetzt einen Sammelband zusammengestellt, für den ich 14 Texte von 1987 bis 2009 ausgewählt habe.

Manche sind, wie eine Kritikerin geschrieben hat, "zum Heulen schön", manche lustig, manche nachdenklich. Alle kommen von Herzen.

Titelinformationen und Bezug

Gregor Schürer: Geschichten für die Weihnachtszeit

1. Auflage 2009 bei BoD, Norderstedt
ISBN 978-3-8391-3915-8 (Softcover, 68 Seiten, 4,90 €)

Eine gute Inhaltsbeschreibung ist auch auf tiergeschichten.de veröffentlicht.

Die Presse über den Autor Gregor Schürer

Leseprobe

Die Wochen vor dem Fest waren in diesem Jahr eher ruhig gewesen. Ein Verdienst meiner Frau, die früh angefangen hatte, die Plätzchen zu backen, die Vorbereitungen zu treffen und alles Notwendige von der Gans bis zum Lametta einzukaufen. Lediglich bei den Geschenken hatte es kleinere Schwierigkeiten gegeben: Haben wir deinem Vater letzte Weihnachten eine CD oder ein Buch geschenkt? Wenn es eine CD war, ist dieses Mal ein Buch dran. War es ein Buch, muss es diesmal die CD sein. Wie einfallsreich. Nein, ein Barbiehaus für Madeleine ist zu teuer, das sehe ich nicht ein. Über 50 Euro für so ein Plastikteil, noch dazu für eine Vierjährige, die mich den letzten Nerv kostet, nein und nochmals nein! Egal, wir hatten uns geeinigt. Mein Vater bekam, von wegen CD oder Buch, eine schicke Strickjacke. Und das Töchterlein einen Kaufladen, sogar aus Holz und günstig, weil gebraucht von einem Kollegen erworben, dessen Kinder dem Tante-Emma-Laden-Spielen längst entwachsen waren.

Elf Tage vor Heilig Abend, an einem kühlen aber sonnigen Samstagnachmittag, machte ich mich mit Madeleine zu einem Spaziergang auf. Ihre Mutter hatte sich zu einem Schläfchen auf das Sofa gelegt, wir wollten nach Moos für die Krippe suchen gehen. Frohgemut stapften wir auf dem hart gefrorenen Boden aus der Siedlung und hatten bald den Waldrand erreicht. In dem Wäldchen wurden wir rasch fündig, lösten das klamme, aber grüne Moos vom Boden und packten es in die mitgenommene Tüte. „Papi darf ich noch ein paar Tannenzapfen mitnehmen? Ich stimmte zu, man konnte die Zapfen schön zur Tischdekoration nutzen. Madeleine ging, den Blick fest auf den Boden gerichtet, suchend etwas tiefer ins Gehölz. Da hörte sie das Winseln. „Papi, komm mal gucken, da weint jemand.“ Der Jemand war ein kleiner Hund, nicht größer als ein Cockerspaniel, Rasse unbestimmt, Kirchplatzmischung eben. Er war mit seiner Lederleine an einem Baum festgebunden. Ich machte das zitternde, unterkühlte und verängstigte Tier los und schaute am Halsband nach einem Namen, Fehlanzeige. Ich musste den völlig entkräfteten Rüden in den Armen nach Hause tragen, er konnte nicht mehr selbst laufen. Begeisterung würde ich die Reaktion meiner überraschten Frau nicht nennen. Aber sie erklärte sich bereit, dem Findling Unterschlupf zu gewähren, bis Herkunft und Schicksal geklärt wären. (…)


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