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Cousinenbomber - Gedichte & Satiren

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Cousinenbomber

Silberherz

Dein Silberherz auf goldnem Weg
   mich führt bei Nacht und Tag,
hab Schmerzen ich, so bist du da,
   drum glaub, was ich jetzt sag:
Du inspirierst, gibst Lebensfreude
   mir zu jeder Zeit,
noch mehr: Du bist der liebste Mensch,
   den kenn ich weit und breit...
Vertrau mir, lang schon hab ich nicht
   gesagt, was ich gefühlt,
doch jetzt, da du gekommen bist
   und hast mein Herz zerwühlt,
muss ich gestehn, dass ich bisher
   vor Liebe nicht versehrt
geblieben bin, doch nie hab ich
   ein Mädchen so begehrt!
In meinen Träumen seh ich dich
   und eins musst du verstehn:
Du bist dermaßen schön, dass es
   fast schmerzt, dich anzusehn.

Dein Silberherz hat mir gezeigt,
   wie wichtig es doch sei,
sich nicht so mir nichts - dir nichts
   zu verlieben. Einerlei,
wie nett es scheint, vorläufig nur
   an Partnerschaft zu denken;
seit dich ich kenn, hab ich beschlossen,
   dir mein Herz zu schenken.

Dein Silberherz war offen
   für Probleme, die mein eigen,
doch war ich stets bereit,
   sie über Jahre zu verschweigen;
Die Folgen warn's von Krebs, ich dacht,
   mein Leben läg in Fetzen,
bis rückwirkend du hast gezeigt
   mir, es erneut zu schätzen.
Du hörtest meinen Lebenslauf
   auf krankheitlicher Basis,
die Fakten der Genesung,
   was die Ärzte sagten dann, bis
verträumt du mich ansahst,
   ich weiß, das war dir nicht egal,
und mit dem süßen Lächeln
   du dann sprachst, das sei genial.

Dein Silberherz hat wohl geahnt,
   dass ich es brauch zu schreiben,
und dass seit einer Ewigkeit
   Ideen mir ausbleiben -
und in der Tat: Seit langer Zeit
   durchsuche ich mal wieder
mein Dichterhirn nach Versen,
   um zu schreiben meine Lieder.
Ich bin dir endlos dankbar dafür
   und kannst du es sehen?
Durch deinen Charme erst lernen
   meine Worte - und ich - gehen.

Dein Silberherz muss müde sein,
   mit Sicherheit sogar...
Ich sehe aus dem Fenster, es
   ist Vollmond, sternenklar,
wahrscheinlich liegst nun schlafend du
   im Bett mit vielen Träumen,
was gäb ich drum, bei dir zu sein,
   es heut nicht zu versäumen;
ich denk jedoch ganz fest an dich.
   Es mögen diese Seiten
dich fortan, wenn du es denn magst,
   so gut es geht begleiten.

Dein Silberherz, ich hab's gefühlt,
   ganz kurz in deiner zarten
und warmen Brust, als ich es hab
   gewagt, dich zu umarmen.
Es war die vorerst letzte Nacht,
   die du bei mir gewesen;
es war so schön, dich zu berührn
   und wirst du dies je lesen,
dann fass es bitte nicht so auf,
   als wollte ich nur reimen,
ich schreib es so, wie ich es mein -
   um dich könnte ich weinen.
Wir sprachen von Beziehungen,
   von Töchtern und von Müttern,
an deiner Seite ließ ich mich
   mit Weisheiten gern füttern;
du flüstertest, zu jedem Deckel
   passe auch ein Topf,
und heute Nacht zerbrech ich mir
   darüber meinen Kopf:
Mein Mädchen, wenn du wirklich bist
   ein Topf, einer der hält,
so nimm mich als dein Deckel,
   nimm mich mit in deine Welt!

Dein Silberherz - was war's für ein
   Gefühl, dich so zu halten!
Ich will einmal versuchen, es
   in Worten zu gestalten:
Nur eine kurze zärtliche
   und dankbare Umhalsung,
ich war befreit und plötzlich kam
   mein eigen Herz in Wallung;
wie zufällig nur streifte
   meine Hand die deinen Haare,
in dem Moment lag viel verdeckte
   Zuneigung für Jahre;
es war, als weht ein leichter
   Sommerwind um unsre Köpfe
und dunkel war's - ich denk,
   es gibt nicht viel so liebe Töpfe.

Dein Silberherz, ich spürte es,
   zunächst war mir nicht klar,
wes Hals ich da umschlungen
   und berührt ich wessen Haar;
Sekunden später erst, als du
   gegangen aus dem Zimmer,
da wurde mir bewusst, dass ich
   verliebt nun sei für immer;
du schenkst mir jene Sicherheit,
   die ich so lang gesucht,
und die ich ja bei dir vielleicht
   auf Dauer hab gebucht.

Dein Silberherz, es ist so schön
   für jemanden zu schreiben,
erst recht, wenn man erhofft sich,
   bei demjenigen zu bleiben.
Zu oft schon hab gegriffen ich
   ins Leere bei den Frauen.
Woran es zumeist fehlte
   war beidseitiges Vertrauen;
du bist mir jedoch sehr vertraut,
   wär schön, wenn es so bliebe...
Mein Silberherz, so bleib bei mir!
   Ich weiß, dass ich dich liebe.

Aus: Jan Achtmann - Cousinenbomber (j8m.de)

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© 2003 Jan Achtmann nach oben