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Cousinenbomber - Gedichte & Satiren

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Cousinenbomber

Zehn Gebote

Eines Sonntags lief der Schöpfer
   übern Flohmarkt nach Getöpfer.
Recht senile Leute saßen
   links und rechts von breiten Straßen,
doch dem Herrn missfieln die Preise
   dieser unverschämten Greise!

Bald, er war schon weit gelaufen,
   fand Hr. Gott nen Trödelhaufen,
nahm sich ohne rumzuschwafeln
   zwei ganz alte Marmortafeln;
in sie waren eingeritzt
   sehr antike Comicstrips.

Unserm Herrn gefieln die Steine
   und er sah sie schon als seine...
Doch der Händler sah nicht ein,
   dass es billig sollte sein,
und er sprach: "Für diese Stein
   geh ich keinen Handel ein:
Was ich möchte für die Steine
   ist das Geld für neue Beine!"

Und der Herr, aus freien Stücken,
   schaute nach des Händlers Krücken,
bot sich an, er würd sich eilen,
   den Verkäufer rasch zu heilen...
Dieser aber wollte nicht,
   deutlich stand's ihm im Gesicht:
"Nein, mein Freund, ich schließe gleich.
   Wenn Du willst mich machen reich,
mache das - doch mach das nur
   finanziell. Ich bleibe stur!"

Unser Schöpfer musste zehn
   Gebote nennen, bis er gehn
und seine Tafeln nehmen durfte,
   unter deren Last er schlurfte.

Heimwärts zog es ihn in die
   Gebirge namens Sinai,
hierhin brachte er die Stücke -
   ganz allein und ohne Krücke.

Glücklich seines großen Loses
   kreuzte Gott den Weg des Moses,
der die Tafeln inspizierte
   und als seine titulierte!
Fast entstand verbal ne kleine
   Keilerei um Gottes Steine,
doch um Ärger zu vermeiden
   gab er sie heraus, die beiden.

Mose, es war schon zu denken,
   war erfreut, sich abzulenken
mit den Comics dann und wann
   auf seinem Weg nach Kanaan.

Aus: Jan Achtmann - Cousinenbomber (j8m.de)

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© 2003 Jan Achtmann nach oben